Dass es mir als Mann zukommt, mich mit dieser Thematik auseinander zu setzen, ist möglicherweise gewollt. Ich nehme das jedenfalls als eine Herausforderung an. Nun, das Weibliche in der Architektur kann nicht ohne die Rolle der Frau in der Architektur und Gesellschaft gesehen werden. Daher fällt es schon schwer, sich bei diesem komplexen Thema auf das Wesentliche zu beschränken.
Helmuth Seidl (www.lebenundraum.at)
Wir nähern uns dieser Frage über die Symbolik der Archetypen . Das Rechteck zeigt eine (auf)gerichtete, nach vorwärts strebende Struktur. Es ist das Symbol des Männlichen. Der Kreis hingegen zeigt eine in sich geschlossene Struktur. Er symbolisiert das Bergende und Einhüllende, das Gemeinschaftliche, Soziale – eben das weibliche Prinzip. Diese Grundprinzipien vermittelnden Symbole begegnen uns in der ganzen Menschheitsgeschichte bis heute. Häufig werden sie auch mit der Geschlechtlichkeit des Menschen, dem Phallus und dem Uterus, in Verbindung gebracht.
Dies lässt sich in der Bau- und Kunstgeschichte gut nachvollziehen. Einfache archaische Rundbauten gehorchen dem weiblichen, gemeinschaftlichen und bergendem Prinzip. In der Kunst repräsentiert durch die Schalenform. Der Marterpfahl, die Fahnenstange, die Siegessäule, die Skulptur gehören der männlichen Symbolik an. In Fortsetzung dieser Entwicklung sind heute daraus das Hochhaus, der Turm, das Monumentale entstanden, wie überhaupt die Architektur heute sehr stark von den patriarchalischen Prinzipien Macht und Kontrolle geprägt ist. Unsere Städte und Siedlungen heute sind in ihrer Erscheinungsform und Gestalt eindeutig männlich dominant.
Von der Frühgeschichte bis ins Mittelalter gibt es aber…
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